Beiträge

PM | Der Staat ist in der Pflicht

Berlin, 20. November 2018.  „Der Staat trägt die Infrastrukturverantwortung für alle Lehrer im gesamten Schulwesen. Es ist seine Pflicht, diese Aufgabe auch für Privatschulen wahrzunehmen“, erklärt Klaus Vogt. Der Präsident des VDP leitet diese Forderung aus dem heute veröffentlichten Gutachten zur staatlichen Infrastrukturverantwortung von Lehrpersonal an freien Schulen des Verbandes ab. Gutachter Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio stellt fest, dass das Grundgesetz ein Schulangebot sowohl in staatlicher wie in privater Hand will.

Aus dem Gutachten geht weiter hervor, dass der Staat das Monopol für die Lehrerausbildung sowohl für staatliche als auch für freie Schulen besitzt. „Es ist dem Staat nicht überzeugend gelungen, die hohen Erwartungen an eine quantitative Steuerung der Lehrkräfteausbildung zu erfüllen“, schreibt Di Fabio. Zudem verstärken die derzeitige Personalsituation, das Ringen um Lehrkräfte, die demografische Entwicklung sowie steigende bildungspolitische Anforderungen den asymmetrischen Wettbewerb zwischen staatlichen und privaten Schulen. „In Deutschland ist dies eine einzigartige Situation. Kein anderer Bereich ist so stark von der Fachkräftesicherung durch den Staat abhängig wie wir“, erläutert Vogt.

Der Verband appelliert, im zunehmenden Wettbewerb um Lehrkräfte nicht benachteiligt zu werden. Die bestehenden Wettbewerbsnachteile müssen ausgeglichen werden. Dies bezieht sich auch auf eine adäquate Bereitstellung von Lehrern an Privatschulen. Als kurzfristige Maßnahme müssen freie Bildungsträger zum Ausgleich der Wettbewerbsnachteile flächendeckend in den Vorbereitungsdienst für Lehrer mit einbezogen werden und Zugang zu den Bewerberpools für Lehrer in den Ländern erhalten. Klaus Vogtabschließend: „Das freie Schulwesen ist auch für weitere Maßnahmen dialogbereit.“

___
Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Pressekontakt: Beate Bahr

PM | Kürzung der Umschulungsförderung in der Altenpflege verheerend für Fachkräftesicherung

Berlin, 10. Dezember 2015 – Im Zuge der geplanten Reform des Pflegeberufegesetzes ist die Förderung der Umschulung in der Altenpflege ab dem 31. März 2016 unklar. Bisher werden alle drei Ausbildungsjahre staatlich gefördert. Durch die Begrenzung der Förderungsdauer auf zwei Jahre, würde bei vielen Ausbildungsträgern eine gravierende Finanzierungslücke entstehen. Im Hinblick auf die Fachkräftesicherung in der Altenpflege, ist dies das falsche Signal. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert die Bundesregierung deshalb auf, die bisherige Regelung zu verlängern.

Vor allem Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger nutzen die Bundesförderung zur Umschulung. Dadurch konnte in der Vergangenheit ein großer Teil der dringend benötigten Pflegekräfte sichergestellt werden. „Ein Wegbrechen der Förderung hätte zur Folge, dass mittelfristig weniger Personal in diesem Bereich zur Verfügung stünde“, so Dietmar Schlömp, Bundesgeschäftsführer des VDP. „Gerade im Hinblick auf die immer älter werdende Gesellschaft, ist eine Einsparung an dieser Stelle der falsche Weg“, so Schlömp weiter.

Eine neue Regelung zur Finanzierung durch die geplante Reform des Pflegeberufegesetzes ist noch nicht in Sicht. Bisher ist die Weiterbildungsförderung in der Altenpflege im SGB III allerdings klar geregelt. Der VDP fordert deshalb, diese Regelung auch auf die generalisierte Pflegeausbildung anzuwenden. Eine Lücke in der Finanzierung im letzten Ausbildungsjahr ist zu vermeiden, um Planungssicherheit bei den Ausbildungsträgern zu garantieren. Nur dadurch kann eine Umschulung im Bereich der Altenpflege weiterhin gewährleistet werden.

Unterstützung kommt durch eine Initiative der Arbeits- und Sozialminister der Länder. Diese haben sich bei ihrem letzten Treffen im November ebenfalls für eine weitere Förderung ausgesprochen. Der VDP begrüßt diese Forderung und setzt sich für eine Verlängerung der Förderregelung – über den 31. März 2016 hinaus – ein.

________
Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Robert Renner, Pressesprecher