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PM | 17-Punkte-Aktionsplan zur Lehrergewinnung

Im August hat das Niedersächsische Kultusministerium einen 17-Punkte-Aktionsplan zur Lehrkräftegewinnung vorgelegt und damit versucht auf die angespannte Lehrersituation in Niedersachsen zu reagieren.

Der Aktionsplan sieht unter anderem vor, Einstellungen im Rahmen des Quereinstiegs künftig auch an staatlichen Grundschulen zu ermöglichen, um dem hohen Lehrkräftebedarf an dieser Schulform kurzfristig begegnen zu können. Auch wird der Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst erleichtert: Bisher konnten sich Bewerberinnen und Bewerber ohne Lehramtsstudium um die Zulassung zum Vorbereitungsdienst bewerben, sofern ihr Studienabschluss zwei Fächern – davon mindestens einem Bedarfsfach – zugeordnet werden kann. Diese Bedarfsfachregelung entfällt zukünftig, dadurch weitet sich der Personenkreis potenzieller Lehrkräfte aus.

Aus Sicht des VDP wird damit der Qualitätsmangel der Lehrkräfte weiter ausgebaut. Gerade im Primarbereich hat ein Bachelorabsolvent[1]  keine ausreichende Qualifizierung um Grundschüler auszubilden. Diese wird er nach Meinung des VDP schwerlich erreichen und so sind bereits die Grundschüler dieser unzureichenden Qualität ausgesetzt. Genehmigungen an freien Schulen setzen einen Masterabschluss voraus. Warum soll das an staatlichen Schulen anders sein? Sieht das Niedersächsische Schulgesetz in der Ausbildung der Lehrkräfte eine gleichwertige Ausbildung vor, wird hier bewusst vom Ministerium ein Ungleichgewicht geschaffen!

Der VDP geht nicht davon aus, dass durch das Maßnahmenpaket von Frau Ministerin Heiligenstadt die desaströse Unterrichtsversorgung im staatlichen Bereich abgeschafft werden kann. Vor allem ist nicht damit zu rechnen, dass es zu einer kurzfristigen Verbesserung und damit auch Entlastung der vorhandenen Lehrkräfte kommt.

Sehr positiv sieht der VDP die Maßnahme „X. Schulen helfen Schulen“. Hier sieht der VDP eine Möglichkeit wie in § 152 Abs. 1 NSchG beschrieben, den ständigen personellen Austausch zwischen öffentlichen Schulen und Ersatzschulen zu fördern. Bislang funktioniert dieser Austausch leider nur in eine Richtung. Es können lediglich Staatsbedienstete zum Unterricht an freien Schulen freigestellt werden. Eine deutliche Entspannung der bisherigen Unterrichtsversorgung könnte erreicht werden, wenn Lehrer sich gegenseitig unterstützen dürften, egal, ob sie an einer freien oder an einer staatlichen Schule tätig sind.

Darüber hinaus muss der Beruf des Lehrers wieder attraktiver werden. Es müssen die Rahmenbedingungen stimmen um junge Leute für den ehrenwerten Lehrerberuf zu begeistern.

Der VDP geht davon aus, dass eine Absenkung des Niveaus in allen Bereichen hierzu nicht beitragen wird.

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Der Verband Deutscher Privatschulen Nds.-Bremen e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Yvonne Mohnke, Geschäftsführerin

[1] Saskia Döhner, http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/17-Punkte-Plan-soll-mehr-Paedagogen-locken