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PM | Digitale Bildung an Schulen – Der DigitalPaktSchule muss zügig final verhandelt werden

Berlin, 10.07.2018 – Seit knapp zwölf Monaten ist der Entwurf der Eckpunkte zur Bund-Länder-Vereinbarung „DigitalPaktSchule“ der Öffentlichkeit bekannt. Bundestagswahlen und Regierungsbildung verhinderten eine schnelle Umsetzung. Der VDP begrüßt, dass die neue Bundesregierung und die Bundesländer weiterhin hinter dem Vorhaben stehen, die digitale Bildung und digitale Infrastruktur an allen Schulen mit zusätzlichen Finanzmitteln voranzubringen. Schulen und Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft stehen in den Startlöchern. Der VDP fordert daher den zügigen Abschluss der Verhandlungen, begrüßt den vorgelegten Entwurf einer Vereinbarung und versteht den DigitalPaktSchule als wichtigen Startschuss.

Für die Qualität der Bildung in Deutschland, sowohl in der Allgemeinbildung, Berufsbildung als auch in der beruflichen Weiterbildung und Qualifizierung, sind die Vermittlung von Medienkompetenz und der Einsatz digitaler Geräte als Lernwerkzeuge von zentraler Bedeutung. Deutschland hat hier erkannbaren Nachholbedarf. Daher begrüßt der VDP das Vorhaben des Bundes und der Länder sowohl die digitale Infrastruktur an den Schulen auszubauen, medienpädagogische Konzepte an allen Schulen zu verankern und die Aus- und Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer im Bereich der Vermittlung digitaler Kompetenzen zu verbessern. „In unserer Gesellschaft und Arbeitswelt sind Digitalkompetenzen von zentraler Bedeutung. Schule und Berufsbildung kommt hierbei eine zentrale Funktion zu. Auf diese müssen wir alle Schulen in Deutschland, unabhängig vom Bildungsbereich und ihrer Trägerschaft, vorbereiten“, so Klaus Vogt, Präsident des VDP. „Schulen in freier Trägerschaft sehen sich hier als Innovationsmotor und Impulsgeber. Mit positiven Effekten für das gesamte Bildungssystem“, so Vogt weiter.

Dabei ist es für den VDP und seine Mitgliedsschulen wichtig zu betonen, dass nicht allein die Bereitstellung der Infrastruktur und Geräte ausreicht. Fundierte Kompetenzen der Lehrerinnen und Lehrer sind der wesentliche Baustein bei der Vermittlung von digitalen Medienkompetenzen. Daneben muss auch die Pflege der Technik vor Ort gewährleistet werden. Auch dafür müssen finanzielle Ressourcen in ausreichendem Maße bereitgestellt werden, betont Klaus Vogt weiter.

„Um allen Schülerinnen und Schüler gleichermaßen zu fördern, müssen Schulen in freier Trägerschaft gleichberechtigt an den zusätzlichen Finanzmitteln beteiligt werden. Nur so kann digitale Medienkompetenz in allen Bildungsbereichen vermittelt werden“, so die Position des VDP. Daher begrüßt der VDP den vorliegenden Entwurf der Bund-Länder-Vereinbarung und die angestrebte Änderung des Art. 104c GG. Hiermit wird die Möglichkeit freier Schulträger zur Antragsstellung und Beteiligung am Bundesprogramm geschaffen. „Jetzt muss ein zügiges Unterschreiben der Vereinbarung durch Bund und Länder den Startschuss für mehr digitale Bildung an allen Schulen geben“, so Klaus Vogt

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Dietmar Schlömp, Bundesgeschäftsführer. Weitere Informationen unter: www.privatschulen.de

PM | 17-Punkte-Aktionsplan zur Lehrergewinnung

Im August hat das Niedersächsische Kultusministerium einen 17-Punkte-Aktionsplan zur Lehrkräftegewinnung vorgelegt und damit versucht auf die angespannte Lehrersituation in Niedersachsen zu reagieren.

Der Aktionsplan sieht unter anderem vor, Einstellungen im Rahmen des Quereinstiegs künftig auch an staatlichen Grundschulen zu ermöglichen, um dem hohen Lehrkräftebedarf an dieser Schulform kurzfristig begegnen zu können. Auch wird der Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst erleichtert: Bisher konnten sich Bewerberinnen und Bewerber ohne Lehramtsstudium um die Zulassung zum Vorbereitungsdienst bewerben, sofern ihr Studienabschluss zwei Fächern – davon mindestens einem Bedarfsfach – zugeordnet werden kann. Diese Bedarfsfachregelung entfällt zukünftig, dadurch weitet sich der Personenkreis potenzieller Lehrkräfte aus.

Aus Sicht des VDP wird damit der Qualitätsmangel der Lehrkräfte weiter ausgebaut. Gerade im Primarbereich hat ein Bachelorabsolvent[1]  keine ausreichende Qualifizierung um Grundschüler auszubilden. Diese wird er nach Meinung des VDP schwerlich erreichen und so sind bereits die Grundschüler dieser unzureichenden Qualität ausgesetzt. Genehmigungen an freien Schulen setzen einen Masterabschluss voraus. Warum soll das an staatlichen Schulen anders sein? Sieht das Niedersächsische Schulgesetz in der Ausbildung der Lehrkräfte eine gleichwertige Ausbildung vor, wird hier bewusst vom Ministerium ein Ungleichgewicht geschaffen!

Der VDP geht nicht davon aus, dass durch das Maßnahmenpaket von Frau Ministerin Heiligenstadt die desaströse Unterrichtsversorgung im staatlichen Bereich abgeschafft werden kann. Vor allem ist nicht damit zu rechnen, dass es zu einer kurzfristigen Verbesserung und damit auch Entlastung der vorhandenen Lehrkräfte kommt.

Sehr positiv sieht der VDP die Maßnahme „X. Schulen helfen Schulen“. Hier sieht der VDP eine Möglichkeit wie in § 152 Abs. 1 NSchG beschrieben, den ständigen personellen Austausch zwischen öffentlichen Schulen und Ersatzschulen zu fördern. Bislang funktioniert dieser Austausch leider nur in eine Richtung. Es können lediglich Staatsbedienstete zum Unterricht an freien Schulen freigestellt werden. Eine deutliche Entspannung der bisherigen Unterrichtsversorgung könnte erreicht werden, wenn Lehrer sich gegenseitig unterstützen dürften, egal, ob sie an einer freien oder an einer staatlichen Schule tätig sind.

Darüber hinaus muss der Beruf des Lehrers wieder attraktiver werden. Es müssen die Rahmenbedingungen stimmen um junge Leute für den ehrenwerten Lehrerberuf zu begeistern.

Der VDP geht davon aus, dass eine Absenkung des Niveaus in allen Bereichen hierzu nicht beitragen wird.

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Der Verband Deutscher Privatschulen Nds.-Bremen e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Yvonne Mohnke, Geschäftsführerin

[1] Saskia Döhner, http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/17-Punkte-Plan-soll-mehr-Paedagogen-locken