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PM | Vielfalt statt Einheits-Ganztag

Berlin, 24. Juli 2020. Hinsichtlich des beschleunigten Ausbaus der Ganztagsbetreuung appelliert der Verband Deutscher Privatschulverbände, zugleich auf Qualität und die Vielfalt bestehender Angebote zu setzen, die Eltern und Schüler seit Jahrzehnten nutzen. „Verschiedene Regionen verfügen bereits über sehr individuelle Angebote. Diese Vielfalt gilt es, auch mit dem Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung zu erhalten“, sagt Vizepräsident Gerhard Helgert und weist darauf hin, die Kompetenz in den Ländern zu nutzen.

Bei dem Gesetzesvorhaben müssen diese bestehenden Angebote bedacht und als praxiserprobt anerkannt werden. Sowohl auf die gebundene Form (Integration von Angeboten in den Schulalltag) als auch auf die offene Form (Nebeneinander von Schule und Betreuung) ist beim Ausbau der Ganztagsbetreuung zu achten. „Damit ein Wettbewerb der guten Konzepte stattfinden kann, müssen enge Vorgaben vermieden und der individuelle Bedarf der Eltern bedacht werden“, so Helgert. „Zu viel staatliche Einschränkung im Ganztag birgt eher die Gefahr einer Einengung bereits erfolgreicher Angebote als die Aussicht auf vermehrte Nutzung und Akzep-tanz.“

Pressekontakt: Beate Bahr

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Weitere Informationen unter: www.privatschulen.de

PM | WZB-Discussion Paper: Weder Eltern, Schülerinnen und Schüler noch Privatschulen im Vorfeld beteiligt – Der Weg zurück zur Einheitsschule?

Berlin, 13.07.2017 – Im Pressegespräch am 13. Juli 2017 stellt das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) ein Discussion Paper unter dem Titel „Defizite der Regulierung und Aufsicht von privaten Ersatzschulen in Bezug auf das Sonderungsverbot nach Art. 7 Abs. 4 Satz 3 GG“ vor. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e. V. (VDP) bedauert, dass weder Schülerinnen und Schüler noch Eltern an Privatschulen oder Eltern, die sich für Privatschulen interessieren, einbezogen wurden. Dies führt zu realitätsfernen Ergebnissen, die nur theoretischer Natur sein können.

So ist aus dem Discussion Paper zu entnehmen, dass die Privatschulen ein vermeintlich zu hohes Schulgeld erheben und damit gegen das Sonderungsverbot verstoßen. Begründet wird dies unter anderem mit telefonischen Nachfragen bei Privatschulen durch die Autoren. Der VDP weist darauf hin, dass eine höchstrichterliche Festlegung des Schulgeldes nicht vorgesehen ist.

Richtig ist die Feststellung, dass private Schulen stark unterfinanziert sind. Im Rahmen der gesetzlichen und vom Verfassungsgeber geforderten Finanzhilfe werden immer wieder die Kosten für Schulbau und Unterhalt vergessen oder gering gerechnet, Schulgründungen verhindert oder in der Gründungszeit nicht gefördert. Nur 60 bis 70 Prozent dessen, was Staat und Kommunen für Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen ausgeben, wenden diese für Schülerinnen und Schüler an Privatschulen auf. Die restlichen 30 bis 40 Prozent spart der Staat und somit auch alle Steuerzahler – jedes Jahr viele Milliarden Euro. Eltern mit Kindern an privaten Schulen finanzieren durch ihre Steuergelder die Schulkosten aller Schülerinnen und Schüler und mit ihren Elternbeiträgen zusätzlich die bei ihrer Privatschule bestehende Deckungslücke.

Neben dem Regelunterricht erbringen Privatschulen besondere Profilleistungen und sind in Bereichen tätig, welche für berufstätige Eltern existenziell notwendig sind. Hätten diese Eltern z. B. keinen gesicherten qualitativ guten Betreuungsplatz, könnten sie nicht erwerbstätig sein. In der Haushaltskasse ist somit trotz Schulgeld ein Plus. Bezuschusst wird dieses Angebot meist nicht. Auch diese Deckungslücke muss über das Schulgeld kompensiert werden. „Durch eine ausreichende staatliche Finanzierung privater Schulen, könnte auf die Erhebung von Schulgeld weitgehend verzichtet werden“, so Klaus Vogt, Präsident des VDP.

Die hinter dem Discussion Paper als Ziel zu vermutende Forderung, der Entmündigung von Eltern, hin zu einer staatlichen Einheitsschule, kann in einer modernen pluralen Gesellschaft nicht Ziel sein. Fairer Wettbewerb, der den Eltern ein Wahlrecht garantiert, die beste Schule für ihr Kind zu finden, ist ein wesentlicher Standortfaktor in Deutschland.

Andreas Wegener, Vorsitzender des VDP Landesverbandes Berlin/Brandenburg betont: „Wer den Dialog über ein gerechtes Schulgeld aufnehmen möchte, der wird bei freien Schulträgern, deren Eltern, Lehrern und Schülern auf offene Ohren stoßen“.

Private Schulen sind mit ihren innovativen Ansätzen und reformpädagogischen Konzepten eine wichtige Säule des pluralen Bildungssystems in Deutschland. Sie bieten für jedes Bildungsbedürfnis das passende pädagogische Konzept und sind in vielen Bereichen – z. B. bei der Ganztagsbetreuung oder im Bereich der digitalen Bildung – Vorreiter. „Wir werden das Discussion Paper jetzt sorgfältig in Hinblick auf Inhalt, Datenbasis und Methodik prüfen und anschließend ausführlich Stellung nehmen“, so Dietmar Schlömp, Bundesgeschäftsführer des VDP.

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Nähere Informationen erhalten Sie bei: Robert Renner, Pressesprecher.

PM | PISA-Studie: VDP begrüßt die guten Ergebnisse fordert aber mehr Bildungsausgaben und die Förderung innovativer Schulkonzepte

Berlin, 7. Dezember 2016 – Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) begrüßt das gute Abschneiden der deutschen Schüler bei der aktuellen Pisa-Studie. Gleichzeitig warnt er davor, sich mit dem bislang Erreichten zufrieden zu geben. Für eine Verbesserung des Bildungsniveaus müssen zukünftig mehr Mittel in den Bildungssektor investiert und innovative Schulkonzepte flächendecken umgesetzt werden.

Mehr als eine halbe Million Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren aus 72 Ländern und Regionen haben an der weltweiten Schulvergleichsstudie, die seit dem Jahr 2000 alle drei Jahre stattfindet, teilgenommen. Der Schwerpunkt der Studie lag dieses Mal im Bereich der Naturwissenschaften. Die deutschen Schüler belegten dabei Platz 16 von 72 und landen damit auf einem guten Platz in der oberen Tabellenhälfte. Im Vergleich zum Pisa-Schock im Jahr 2001 ist diese Entwicklung erfreulich. Seitdem hat es in der Schulpolitik viele Aktivitäten gegeben, um die Bildungsstandards zu verbessern. „Um international anschlussfähig zu bleiben, müssen die Bildungsausgaben erhöht und auch weiterhin innovative Konzepte umgesetzt werden“, so Klaus Vogt, VDP-Präsident.

Deutschland liegt bei den Bildungsausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt im internationalen Vergleich hinter dem OECD-Durchschnitt. Dies wirkt sich vor allem in der Leistungsfähigkeit des Primär- und Sekundarbereichs aus, wo häufig zu wenig Unterricht stattfindet und eine ungünstige Schüler-Lehrer-Relation besteht. Freie Schulen sind davon nicht betroffen. Durch ihre Eigenständigkeit haben sie bei personellen, organisatorischen und didaktischen Fragen eine hohe Eigenverantwortung. Im Bereich der Ganztagsbetreuung und individuellen Förderung waren sie Vorreiter, lange bevor der Staat diese Konzepte adaptiert hat. „Freie Schulen befördern nicht nur hier die qualitative Entwicklung des Bildungssystems, sondern beispielsweise auch beim Einsatz von digitalen Medien im Unterricht. Auch hier hat Deutschland im internationalen Vergleich noch Nachholbedarf“, so Klaus Vogt.

Umso unverständlicher ist deshalb die zum Teil restriktive Politik vieler Bundesländer gegenüber Schulen in freier Trägerschaft. Sei es bei den Gründungsvoraussetzungen oder bei der Finanzierung – häufig wird übersehen, dass sie laut Grundgesetz als gleichberechtigter Bestandteil des Schulwesens zu garantieren sind. Es müssen deshalb gleiche Rahmenbedingungen innerhalb der freien Bildungsträgerschaft bestehen. Dies bedeutet, dass Freie Schulen wirtschaftlich gleichzustellen sind. „Nur durch einen gleichberechtigten Wettbewerb können innovative Schulkonzepte schneller umgesetzt und das Bildungsniveau zukünftig weiter angehoben werden“, so Klaus Vogt.

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Robert Renner, Pressesprecher.