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PM | Sprache und Qualifizierung: Herausforderungen bei der Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt

Hannover, 22. November 2017 – Deutschland steht bildungs- und arbeitsmarktpolitisch weiterhin vor großen Herausforderungen. Für eine langfristige Integration von Migranten und geflüchteten Menschen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist ein frühzeitiger Spracherwerb unverzichtbar. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt bundesweit rund ein Drittel der Bildungsträger in freier Trägerschaft, die für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Anbieter von Integrationskursen tätig sind. 

Seitdem deutlich mehr Menschen nach Deutschland geflüchtet sind, setzen sich die Kursteilnehmer der Integrationskurse aus zahlreichen neuen Zielgruppen zusammen. Diese unterscheiden sich deutlich von früheren Zielgruppen, für die dieses Instrument der Integration und des Spracherwerbs ursprünglich konzipiert wurde. Die biografischen Hintergründe und das Lebensumfeld der Teilnehmenden sind deutlich differenzierter und vielfältiger im Vergleich zur Teilnehmergruppe der vergangenen Jahre. Viele Kursteilnehmer kämpfen mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Das führt zu einem steigenden Bedarf an Unterstützungsleistung durch den Kursträger, die mit der vorgesehenen Personalressource nicht geleistet werden kann. „Der VDP begrüßt die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zusätzlich in den speziellen Integrationskursen (z.B. Alphabetisierungskurse) eine soziale Begleitung zu finanzieren. Gleichzeitig fordert der VDP eine unbefristete Ausweitung des Projekts ‚Soziale Begleitung im Integrationskurs‘ auch für die allgemeinen Integrationskurse“, so Dietmar Schlömp, VDP-Bundesgeschäftsführer.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bietet in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlingen seit letztem Jahr so genannte Kombinationsmaßnahmen an. Dabei wird der Spracherwerb mit Kompetenzfeststellung und betrieblicher Erprobung verzahnt. Die Kombination führt allerdings schnell zu einer Überforderung der Kursteilnehmer, was unter anderem die Abbrüche von Maßnahmen zur Folge hat. „Bei der Durchführung der Kombinationsmaßnahmen hat sich gezeigt, dass der Spracherwerb an erster Stelle stehen muss. Eine langfristige und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt kann nur schrittweise erfolgen“, so Dietmar Schlömp weiter.

Derzeit sind von den ca. 43.000 Plätzen der Kombinationsmaßnahmen nur knapp die Hälfte belegt. Dies zeigt, dass die Verzahnung von Projekten und Maßnahmen zwischen Bund, Ländern und Kommunen noch nicht erfolgreich umgesetzt ist. Der VDP fordert deshalb eine Bündelung der Integrationsleistungen. „Die Aufteilung der Flüchtlingsthematik auf verschiedene Ministerien und Behörden hemmt eine schnelle Integration“, so Dietmar Schlömp.

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Nähere Informationen erhalten Sie bei: Robert Renner, Pressesprecher.

PM | Schulische Ausbildungsgänge: Unverzichtbar für das deutsche Ausbildungssystem

Berlin, 16. November 2016 – Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) konnten zu Beginn des diesjährigen Ausbildungsjahres erneut rund 131.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und möglichst viele junge Menschen auf die Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 vorzubereiten, sind Alternativen zum dualen Ausbildungssystem notwendig. Schulische Ausbildungsgänge, wie sie von freien Bildungsträgern angeboten werden, leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag und müssen neben der dualen Ausbildung gleichermaßen gefördert werden.

Durch die hohe Anzahl an Flüchtlingen hat sich das Problem verschärft. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge waren 24% der Asyl-Antragsteller im Jahr 2016 im Alter zwischen 18 und 24 Jahre. Viele Unternehmen sind bei der Integration von Flüchtlingen allerdings zu zögerlich. Zu diesem Ergebnis kam auch der diesjährige nationale Bildungsbericht. Es sind deshalb Alternativen zum dualen Ausbildungssystem notwendig, um die Zukunftschancen der jungen Erwachsenen zu sichern. „Schulische Ausbildungsgänge bieten viele Vorteile und sind eine echte Chance bei der Integration in den Arbeitsmarkt“, so Dietmar Schlömp, VDP-Bundesgeschäftsführer.

Die großen Vorteile der vollzeitschulischen Ausbildungsgänge sind, dass sie nicht von der aktuellen Auftragslage eines Ausbildungsbetriebes abhängig sind und das gesamte Spektrum eines Berufsprofils abdecken. Dadurch berücksichtigen sie den immer stärker geforderten generalistischen Ansatz. „Vor allem bei der Integration der Flüchtlinge ist die vollzeitschulische Ausbildung eine wichtige Alternative, um eine langfristige und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt zu garantieren“, so Dietmar Schlömp.

Neben dem Spracherwerb und der Ausbildungsvorbereitung ist das Erlernen einer anerkannten Berufsausbildung eine wesentliche Komponente für eine langfristige und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt. In der Vergangenheit wurde von Bund und Ländern immer wieder versucht, schulische Ausbildungsgänge zu streichen, um die duale Ausbildung zu stärken. Heute zeigt sich, dass dies der falsche Weg war. „Schulische Ausbildungsberufe müssen – neben dualen Ausbildungsgängen – gleichermaßen gefördert werden, damit in Deutschland auch zukünftig die Qualifikation der Arbeitnehmer sowie die Beschäftigungsquote hoch bleibt“, so Dietmar Schlömp.

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Robert Renner, Pressesprecher