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PM | Privatschulen: Unverzichtbar für die deutsche Bildungslandschaft

Hannover, 22. November 2017 – Der Anteil der Schüler an Privatschulen hat sich von 4,5% im Jahr 2000 auf knapp 9% in diesem Jahr verdoppelt. Für jedes Bildungsbedürfnis gibt es ein passendes Lernangebot. Dadurch leisten Privatschulen einen unverzichtbaren Beitrag für das deutsche Bildungssystem. Dennoch werden sie häufig benachteiligt. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert die Parteien der zukünftigen Bundesregierung auf, freie Bildungseinrichtungen im neuen Koalitionsvertrag gleichberechtigt zu berücksichtigen. Dadurch wird ein plurales Bildungssystem sichergestellt. 

Mittlerweile besuchen rund eine Million Schülerinnen und Schüler eine Privatschule. Für viele Eltern steht bei der Schulwahl die individuelle Förderung mit dem passenden pädagogischen Konzept im Vordergrund. Ein weiterer Grund, der für eine Privatschule spricht, ist die Tatsache, dass sie flexibel und innovativ auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren können. Im Bereich der digitalen Bildung leisten sie einen wichtigen Beitrag. „Privatschulen sind aus dem deutschen Schulsystem nicht mehr wegzudenken. Der Wettbewerb zwischen freien und öffentlichen Schulen verbessert nachweislich die Qualität des Schulsystems. Nicht zuletzt deshalb sind sie grundgesetzlich verankert“, so Klaus Vogt, VDP-Präsident.

Dennoch standen Privatschulen dieses Jahr stark im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Das Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) machte in mehreren Veröffentlichungen Privatschulen für die soziale Ungleichheit im Bildungssystem mit verantwortlich. Ihr Vorwurf: Privatschulen verstießen gegen das so genannte Sonderungsverbot und suchen sich teilweise ihre Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern aus. Ein Gutachten im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung der renommierten Verfassungsrechtlerin Professor Frauke Brosius-Gersdorf kam zu dem Schluss, dass die WZB-Veröffentlichungen auf einer Fehlinterpretation des Sonderungsverbotes beruhen. Freie Schulen müssen nicht die gleiche Schülerschaft haben, wie öffentliche Schulen. Sie müssen die Auswahl ihrer Schüler unabhängig von den Einkommens- und Vermögensverhältnissen der Eltern vornehmen und sicherstellen, dass der Zugang allen offen steht. Freie Schulen wählen ihre Schüler passend zu ihrem pädagogischen Konzept nach Neigungen und Fähigkeiten aus. Im Mittelpunkt steht dabei immer zuerst die Frage, was das Beste für das Kind ist. „Freie Schulen sind allgemein zugänglich. Sie setzen sich seit Jahrzenten dafür ein, gesellschaftliche Hürden abzubauen und Kinder aus sozial schwachen Familien den Schulzugang zu ermöglichen“, so Klaus Vogt weiter.

Was jedoch viele nicht wissen: Privatschulen sind in Deutschland stark unterfinanziert. Im Rahmen der gesetzlichen und vom Verfassungsgeber geforderten Finanzhilfe werden die Kosten für Schulbau und Unterhalt immer wieder vergessen oder klein gerechnet. Es werden Schulgründungen verhindert oder Schulen in der Gründungszeit nicht gefördert. Nur 60 bis 70 Prozent dessen, was der Staat und die Kommunen für die Schüler an öffentlichen Schulen ausgeben, wendet er für Privatschulen auf. Die restlichen 30 bis 40 Prozent spart er sich und somit auch allen Steuerzahlern. „Erst wenn diese Deckungslücke ausgeglichen und eine auskömmliche Finanzierung sichergestellt ist, könnte auf Schulgeld verzichtet werden“, so Klaus Vogt.
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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Nähere Informationen erhalten Sie bei: Robert Renner, Pressesprecher.

PM | VDP sieht Handlungsbedarf beim geplanten Integrationsgesetz

Berlin, 24. Mai 2016 – Die Bundesregierung will den Entwurf für das neue Integrationsgesetz bei der heute beginnenden Kabinettsklausur in Meseberg beschließen. Zu den wichtigsten Inhalten gehören Maßnahmen, die die Arbeitsintegration verbessern und Ausbildung erleichtern, aber auch Sanktionen gegen Integrationsverweigerer sowie die umstrittene Wohnsitzauflage. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) begrüßt grundsätzlich das neue Gesetz, sieht allerdings bei einigen Punkten noch Handlungsbedarf.

Die wachsende Bedeutung des Instruments der Integrationskurse ist positiv zu bewerten. Eine frühe und unter Umständen auch verpflichtende Teilnahme ist sinnvoll und fördert einen zügigen Spracherwerb. Es müssen aber die notwendigen Rahmenbedingungen für Integrationskursträger geschaffen werden, in denen Kursplätze in ausreichender Anzahl und in allen Regionen gleichermaßen zur Verfügung stehen. Auch die steigenden Anforderungen an Integrationskursträger und an die Lehrkräfte, durch wachsende Gruppengrößen, müssen berücksichtigt werden. „Nötig sind vor allem frühe Integrationskurse für alle Asylsuchenden – unabhängig von ihrer Bleibeperspektive“, so Dietmar Schlömp, Bundesgeschäftsführer des VDP.

Der VDP begrüßt außerdem die Zielsetzung, eine frühzeitige Eingliederung in eine Berufsausbildung zu erreichen. Neben den etablierten Instrumenten der Arbeitsförderung, wie z.B. der assistierten Ausbildung, sollten weitere zielgruppenspezifische Angebote entwickelt und Fördermöglichkeiten für individuelle Maßnahmen für Flüchtlinge geschaffen werden. Auch der Zugang zur schulischen Berufsausbildung muss geprüft werden. Ein zentraler Kritikpunkt des VDP ist die Fokussierung auf die betriebliche Ausbildung. Viele Berufe mit steigendem Fachkräftebedarf (z.B. Gesundheitsberufe und Berufe im Erziehungs- und Sozialwesen) sind ausschließlich in einer berufsfachschulischen Ausbildung erlernbar. „Der Gesetzentwurf wird der Vielfalt des beruflichen Bildungsangebotes nicht gerecht“, so Dietmar Schlömp.

Durch das neue Gesetz sollen zusätzliche Arbeitsgelegenheiten für leistungsberechtigte Asylbewerber aus Bundesmitteln geschaffen werden. Der VDP unterstützt die niedrigschwellige Heranführung an den Arbeitsmarkt und die berufliche Betätigung während des Asylverfahrens. Allerdings muss die Aus- und Weiterbildung sowie die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt Vorrang haben. Gerade die schulische Grund- und Ausbildung und die Befähigung zum Absolvieren einer beruflichen Ausbildung ist dabei besonders wichtig. Eine Begleitung durch integrative arbeitsmarktpolitische Instrumente ist unerlässlich. „Nur durch die Verzahnung von Arbeitsgelegenheiten und Maßnahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung kann eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt gelingen“, so Dietmar Schlömp, VDP-Bundesgeschäftsführer.

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.

Verantwortlich für den Inhalt: Robert Renner, Pressesprecher