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PM | Chaos bei der Pflegeausbildung – Erneuter Kompromissvorschlag ist nicht die Lösung

Berlin, 29. März 2017 – Am Dienstag sollte ein erneuter Kompromissvorschlag zur Reform der Pflegeberufe durch Vertreter beider Koalitionsfraktionen vorgestellt werden. Eine kurzfristig angesetzte Pressekonferenz wurde allerdings abgesagt. Ob es noch eine Einigung geben wird, ist offen. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e. V. (VDP) spricht sich nachdrücklich gegen einen Schnellschuss bei der Reform zu Lasten der Pflegeausbildung aus.

Die bisherigen Kompromissvorschläge stießen bei vielen Verbänden auf harte Kritik. Der neue Vorschlag muss deshalb mit Vertretern aus der Praxis erörtert werden. Er sieht vor, dass es für die Berufe Kinderkranken- und Altenpfleger zukünftig eine zweijährige gemeinsame generalistische Pflegeausbildung geben soll. Nach den beiden ersten Ausbildungsjahren sollen die Schüler wählen können, auf welchen der drei Berufe sie sich spezialisieren wollen. Der Beruf Krankenpfleger soll einen neuen generalistischen Pflegeabschluss bekommen. Die Schulen müssen den generalisierten Ausbildungsteil sicherstellen. Der vermeintliche Vorteil der Wahlfreiheit kann allerdings in der Praxis von den Pflegeschulen nicht gestemmt werden. Eine Kooperation mit anderen Schulen ist in vielen Regionen unmöglich.

Die Finanzierung der neuen Ausbildung ist ein Kernthema der Kritik. Es muss sichergestellt werden, dass die Pflegeschulen eine solide Finanzierung für die Ausbildung erhalten, die selbstverständlich auch einen Wegfall des Schulgeldes kompensiert. Die Finanzierung über einen Fonds muss den unterschiedlichen Logiken der Finanzierung der Pflegeschulen in den Bundesländern gerecht werden. „Wir verfügen über drei Ausbildungsberufe, die bewährt und attraktiv sind. Es ist dringend erforderlich sie zu stärken und weiterzuentwickeln, statt sie durch einen erneuten Kompromissvorschlag zu gefährden“, so Dietmar Schlömp weiter.

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.
Nähere Informationen erhalten Sie bei: Robert Renner, Pressesprecher.

PM | Bildungsausgaben in Milliardenhöhe geplant – Freie Schulen müssen berücksichtigt werden

Berlin, 30.09.2016 – Diese Woche hat die SPD ein Eckpunktepapier für eine Reform der schulischen Bildung in Deutschland bis zum Jahr 2021 vorgelegt. Es soll beim nächsten Koalitionsausschuss am 6. Oktober mit der Union beraten werden. Das Fünf-Jahres-Programm beinhaltet eine nationale Bildungsallianz sowie ein Schulmodernisierungsprogramm, das noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht werden soll. Der Bund soll das Programm mit neun Milliarden Euro unterstützen. Angesichts der enormen Bildungsherausforderungen befürwortet der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) das geplante Programm und fordert, Schulen in freier Trägerschaft bei allen Bildungsinvestitionen zu berücksichtigen.

Eine kürzlich veröffentlichte OECD-Studie hat gezeigt, dass Deutschland – gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – immer noch weniger Geld in Bildung investiert als andere Länder. Der Anteil liegt bei 4,2 Prozent, im OECD-Schnitt sind es 4,8 Prozent. Vor allem im frühkindlichen Bereich liegt Deutschland weit unter dem Durchschnitt. Eine fatale Entwicklung, da gerade dieser Bereich Auswirkungen auf die spätere Bildungs- und Erwerbsbiografie hat und somit zur Chancengleichheit beiträgt. Deutschland muss seine Bildungsinvestitionen deshalb erhöhen – auch, um die erheblichen Herausforderungen durch die hohe Zahl der Zuwanderer zu bewältigen. „Die geplante Reform der schulischen Bildung ist deshalb ein Schritt in die richtige Richtung, dabei dürfen freie Bildungseinrichtungen nicht vergessen werden“, so Dietmar Schlömp, Bundesgeschäftsführer des VDP.

Die geplanten Gelder sollen auch für die digitale Ausstattung der Schulen und zum Ausbau von Ganztagsschulen eingesetzt werden. Der VDP fordert bereits seit langem eine digitale Bildungsoffensive an Schulen. Die digitale Ausstattung ist dabei ein Grundpfeiler. Auch das Thema Ganztagbetreuung spielt bei freien Schulen eine wesentliche Rolle. „Flächendeckende Investitionen in diesen Bereichen sind langfristig unverzichtbar, um Anschlussfähigkeit zu garantieren und Bildungsungleichheiten zu vermeiden“, so Dietmar Schlömp, VDP-Bundesgeschäftsführer.

Das geplante Programm ist aufgrund der aktuellen haushaltspolitischen Spielräume und der guten wirtschaftlichen Entwicklung möglich. Es ist als gemeinsames Projekt im Rahmen einer nationalen Bildungsallianz von Bund, Ländern und Kommunen geplant. Auch eine Möglichkeit zur gezielten Kooperation in der schulischen Bildung von Bund und Länder soll diskutiert werden. „Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung ihr Versprechen im Koalitionsvertrag verwirklicht und die geplanten Mehrausgaben auch tatsächlich in Bildungseinrichtungen investiert. Denn jeder zusätzliche Euro für Bildung ist eine Investition in die Zukunft“, so Dietmar Schlömp.

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Robert Renner, Pressesprecher