Beiträge

PM | PTA-Ausbildung: No-Go zur dreijährigen Ausbildung

Berlin, 11. November 2019. „Die Attraktivität der PTA-Ausbildung steigt nicht mit einer Verlängerung der Ausbildungszeit von zweieinhalb auf drei Jahre“, teilt Dietmar Schlömp vom Verband der Deutschen Privatschulverbände mit. Vielmehr sieht der Bundesgeschäftsführer in der Diskussion um die ausgedehnte PTA-Ausbildung ein weiteres Wegbrechen der Plätze an den Schulen in freier Trägerschaft. Ein Grund hierfür ist die Kostensteigerung sowohl für die Schulträger als auch für die Auszubildenden. Auf Basis der bisherigen Finanzierungsregelung würde eine Verlängerung der Ausbildung mindestens 20 Prozent an Mehrkosten mit sich bringen.

Um den Beruf des PTA attraktiver zu gestalten und den Fachkräftemangel in diesem Bereich zu beheben, muss das Finanzierungssystem der Ausbildung neu gestaltet werden. Zwei Drittel aller PTA-Schulen in Deutschland sind Schulen in freier Trägerschaft. Sie werden nur unzureichend durch die öffentliche Hand bedacht und müssen Schulgeld nehmen. „Die Finanzierung der PTA-Ausbildung gleicht einem Flickenteppich, der nur durch eine bundeseinheitliche Schulgeldfreiheit behoben werden kann“, erklärt Dietmar Schlömp. Die durch den Wegfall des Schulgeldes entfallenden Finanzmittel müssten in entsprechender Höhe durch die Länder kompensiert werden.

Pressekontakt: Beate Bahr

________
Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Weitere Informationen unter: www.privatschulen.de

Stellungnahme | Entwurf zur Änderung der Verordnung über Berufsbildende Schulen (BbS-VO) und Ergänzende Bestimmungen für das berufsbildende Schulwesen (EB-BbS)

Der Verband Deutscher Privatschulen Niedersachsen-Bremen e.V. (VDP) nimmt gerne schriftlich Stellung zu den geplanten Änderungen der Verordnung über Berufsbildende Schulen (BbS-VO) sowie zu den ergänzenden Bestimmungen für das berufsbildende Schulwesen (EB-BbS).

Der VDP begrüßt es, dass die Änderungen der Verordnung über Berufsbildende Schulen dem gegenwärtig geltenden Recht und gleichzeitig auch geltenden Bundesregelungen angepasst werden sollen.

Zur Anlage 4 zu § 33 BbS-VO – Berufsqualifizierende Berufsfachschule
Der VDP erachtet diese Änderung als konsequenten Schritt, die bestehenden bundesgesetzlichen Regelungen umzusetzen. Damit wird Klarheit auf allen Ebenen geschaffen.

Zur Anlage 8 zur § 33 BbS-VO – Fachschulen
Der VDP begrüßt es ausdrücklich, dass die Aufnahmevoraussetzungen an den Fachschulen Sozialpädagogik erweitert und somit die Quereinstiegstatbestände begünstigt werden. Diese Maßnahme trägt aus Sicht des VDP dazu bei, einen größerer Personenkreis zu erreichen und dadurch dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Erster Abschnitt – Grundlagen der Ausbildung – 6. Berufsqualifizierende Berufsfachschulen | 6.2, 6.5 sowie 6.12
Der Verband befürwortet, dass die Dopplung der Fehlzeiten der praktischen Ausbildung künftig nur noch in den Bundesregelungen verankert sind. Gleichwohl möchten wir jedoch auf den missverständlichen Begriff “ Wochen“ hinweisen. Unter Juristen besteht Einigkeit darüber, dass eine Woche aus sieben Tagen besteht. In der Vergangenheit kam es gerade in diesem Passus häufiger zu Unklarheiten. Der VDP würde es begrüßen, wenn sich die Landesvertretung für eine unmissverständliche Definition einsetzt und damit für Klarheit in der Sache sorgt.

Vorgriffsregelung zur Anlage 4 zur Synopse der EB-BbS
Der Verband steht der Tatsache in der Vorgriffsregelung zur Anlage 4 zur Synopse der EB-BbS kritisch gegenüber, dass die Schülerinnen und Schüler von 11/2-, 21/2– und 31/2-jährigen Bildungsgängen erst am Ende der Ausbildung ein Zeugnis erhalten sollen, da die letzten eineinhalb Jahren als ein Schuljahr gelten sollen.
Wir gehen davon aus, dass diese Regelungen auf den Bildungsgang Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) keine Anwendung findet, sondern das dieser Bildungsgang, wie in der Vergangenheit auch, davon befreit ist und den Schülerinnen und Schülern am Ende des Schuljahres ein Zeugnis ausgestellt werden kann.
Diese Ausbildung ist grundsätzlich ein 2 1/2-jähriger Bildungsgang mit bundesgesetzlichen Regelungen. Die schulische Ausbildung findet in den ersten zwei Ausbildungsjahren statt, an das sich ein halbjähriges Praktikum gemäß § 1 Absatz 4 PTA-APrV anschließt. Aus unserer Sicht kann daher diese Vorgriffsregelung nicht für Träger des Bildungsgangs PTA gelten, da Bundesrecht Landesrecht bricht. Vor diesem Hintergrund muss in der Vorgriffsregelung eine entsprechende Formulierung, die diesen Sachverhalt korrekt darstellt, getroffen werden.

Wir bitten um Prüfung und Berücksichtigung unserer Anmerkungen und stehen für Fragen hierzu gerne zur Verfügung. Gerne können wir die Fragen hierzu auch in einem persönlichen Gespräch erörtern.

PM | Geplante Reform der Pflegeausbildung ist falscher Weg

Berlin, 13. Januar 2016 – Heute hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Reform der Pflegeberufe verabschiedet. Zentrales Ziel ist es, die drei Ausbildungsgänge für Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger zu einer generalisierten Pflegeausbildung zusammenzuführen. Ergänzend sollen weiterqualifizierende Studiengänge entstehen. Durch die Reform sind viele Pflegeschulen in ihrer Existenz bedroht und durch die Allround-Ausbildung besteht die Gefahr eines Kompetenzverlustes. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert die Inhalte der Ausbildungs- und Prüfungsordnung zeitnah vorzulegen, um die Auswirkungen des Reformvorhabens abschätzen zu können. Die besondere Rolle der Pflegeschulen in freier Trägerschaft ist bei der Gestaltung der Ausbildungsberufe zu berücksichtigen.

Für eine Stellungnahme zum vorgelegten Referentenentwurf im November hatten sämtliche Interessenvertreter lediglich zwei Wochen Zeit. Der VDP hat seine Einwände im Dezember – zusammen mit weiteren Verbänden – im Rahmen einer Anhörung geäußert. Diese wurden jedoch allesamt nicht berücksichtigt. Durch die Zusammenlegung der drei Ausbildungsberufe werden die speziellen Kompetenzen, die beispielsweise im Bereich der Altenpflege erforderlich sind, nicht mehr in ausreichendem Maße vermittelt. Die zukünftigen Pflegefachfrauen und -männer haben im Anschluss nicht das spezifische Wissen und Können, das für die jeweiligen Ausbildungsberufe erforderlich ist. Angesichts des bereits bestehenden Fachkräftemangels hätte das fatale Auswirkungen. „Im Hinblick auf den demografischen Wandel ist die Reform der falsche Weg. Eine fachgerechte Pflege in allen drei Bereichen muss auch zukünftig gewährleistet werden“, so Dietmar Schlömp, Bundesgeschäftsführer des VDP.

Die Zusammenlegung stellt eine große Bedrohung für viele Pflegeschulen in Deutschland dar. Dies trifft vor allem kleinere und mittlere Pflegeschulen außerhalb der Ballungsgebiete. Sie können das generalistische Pflegeausbildungskonzept nicht umsetzen. Die Pflegeschüler müssten zukünftig Praktika in allen drei Bereichen absolvieren. Dadurch wird es zu einer Überlastung in einzelnen Pflegebereichen kommen und besonders kleinere Ausbildungsbetriebe vor große organisatorische Hürden stellen, die sie davon abhalten könnten zukünftig auszubilden. Die konkreten Inhalte der neuen Ausbildung stehen noch nicht fest. „Der VDP fordert deshalb eine zeitnahe Veröffentlichung der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung, um Planungssicherheit bei den Pflegeschulen und den Trägern der praktischen Ausbildung zu garantieren“, so Dietmar Schlömp.

Auch die Finanzierung der neuen Ausbildung ist ungewiss. Freie Schulträger und Bildungseinrichtungen müssen dabei gleichwertig berücksichtigt werden, um die Kosten der schulischen Ausbildung realistisch einbringen zu können. Landesrechtliche Regelungen zur Finanzierung von Pflegeschulen in freier Trägerschaft müssen ebenfalls einbezogen werden. Auch die zukünftige Förderung der Umschulung in der Altenpflege ist unklar. Diese muss auch weiterhin vollumfänglich aus Mitteln der Bundeagentur für Arbeit garantiert werden. Es ist zwingend erforderlich, die Bedürfnisse und Kernkompetenzen der Pflegeschulen bei der Reform zu beachten, um eine fachgerechte Pflege für den steigenden Bedarf gewährleisten zu können“, so Dietmar Schlömp, VDP-Bundesgeschäftsführer.

________
Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Robert Renner, Pressesprecher